Tarifvertrag nrw einzelhandel kurzarbeit

Grundsätzlich können Arbeitnehmer während der Kurzarbeit eine Zweitbeschäftigung ausüben, es sei jedoch darauf hingewiesen, dass eine zweitberufliche Tätigkeit, die nach Beginn der Kurzarbeit aufgenommen wurde, den Anspruch auf Kurzarbeit verringert. Ja, die Dauer der Kurzarbeit kann auch vorzeitig verkürzt werden, sofern die im Betriebsvertrag oder den einzelnen Zusatzverträgen vereinbarten Kündigungsfristen eingehalten werden. Jede Meldung einer längeren Kurzarbeit, die der Arbeitsagentur bereits gewährt wurde, kann auch jederzeit geändert werden, wenn der Antrag auf Kurzarbeitsbeihilfe gestellt wird. Arbeitnehmer mit befristeten Arbeitsverträgen und Beschäftigte mit Probezeit haben ebenfalls Anspruch auf Kurzarbeitsleistungen. Gegebenenfalls ist es möglich, einzelne Mitarbeiter aus der Kurzarbeit auf ein flexibles Niveau zurückzubringen, sofern angemessene Fristen eingehalten werden. Sie erhalten ihre normale Vergütung für die geleisteten Arbeitsstunden und kurzarbeit für die annullierten Stunden. Kurzarbeit bedeutet vorübergehende Arbeitszeitverkürzung. Beispiel: Die nominale Vergütung beträgt 2.000 Euro, die tatsächliche Vergütung aufgrund reduzierter Arbeitszeit enden 0 Euro. Somit würde der Anspruch auf Kurzzeitzulage 60 % oder 67 % von 2.000 EUR betragen.

Nimmt der Arbeitnehmer jedoch während der Kurzarbeitsphase eine Teilzeitstelle an, verringert das Einkommen daraus die Differenz zwischen der Nominal- und der tatsächlichen Vergütung und damit auch die Höhe der Kurzarbeitsbeihilfe. Wichtig: Es findet keine Anrechnung der Nebenbeschäftigung auf die Kurzarbeitsbeihilfe statt, wenn Arbeitnehmer in der Kurzarbeitsphase als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft beschäftigt sind oder wenn die Nebenbeschäftigung bereits vor Beginn der Kurzarbeit aufgenommen wurde. Infolge der Corona-Krise ist die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter in zahlreichen Unternehmen deutlich gesunken. Um einen Personalabbau zu vermeiden, wurde rückwirkend zum 1. März 2020 eine vereinfachte Anwendung der Kurzarbeitsbeihilfe eingeführt. Verschiedene Tarifverträge sehen bereits (hauptsächlich moderate) Aufstockungen auf das Kurzarbeitergeld vor. Der Tarifvertrag für den Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen (NRW) ist dagegen bisher vorbehalten. Abgesehen von einer vierwöchigen Kündigungsfrist, die eingehalten werden musste, war es den Arbeitgebern weitgehend frei, Kurzarbeit zu gestalten. Diese Zeit ist jetzt vorbei.

Mit rückwirkender Wirkung vom 1. März 2020 und zeitlich begrenzt bis zum 30. Juni 2020 haben ver.di und der Handelsverband Nordrhein-Westfalen e.V. eine Ergänzung zum MTV Einzelhandel NRW beschlossen. Ohne den Parteien der Vereinbarung durch eine Öffnungsklausel zur Berücksichtigung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des betreffenden Unternehmens einen Spielraum einzuräumt, wurde eine Erhöhung der Kurzarbeitsbeihilfe auf 100 % der regulären Nettovergütung der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmer für die ersten vier Wochen nach Bekanntgabe und auf 90 % am Ende der vier Wochen beschlossen. Im Gegenzug gilt die Kündigungsfrist nicht. Um die Steuerschuld auf den Aufzulagebetrag (Aufzahlungen sind steuerpflichtig) auszugleichen, wird der Aufzuserbetrag ebenfalls um weitere 15 % erhöht. Mitarbeiter können noch bereits genehmigte Urlaubsreisen in Anspruch nehmen. Der Arbeitgeber kann die bereits genehmigte Beurlaubung nicht widerrufen. Für die Dauer der Beurlaubung erhält der Arbeitnehmer trotz Kurzarbeit keine Kurzarbeitsbeihilfe, sondern volles Urlaubsgeld.